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Einfach machen – Danielas Weg in die IT-Ausbildung bei der Telekom

Wie sie bei der Deutschen Telekom ihre Begeisterung für Technik entdeckt hat – und warum Neugier wichtiger ist als Vorerfahrung.

July 15, 2026

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Daniela hatte vor ihrer Ausbildung kaum Berührungspunkte mit IT oder Handwerk. Heute arbeitet sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin bei der Deutschen Telekom unter anderem am Glasfaserausbau und an der Netztechnik für Norddeutschland. Im Interview erzählt sie, wie sie ihren Weg in die Technik gefunden hat, welche Herausforderungen ihr begegnet sind und warum Neugier oft wichtiger ist als Vorerfahrung.

Das ITgirl im Profil

Name: Daniela Lange
Position: Auszubildende IT-Systemelektronikerin
Unternehmen: Deutsche Telekom AG

Wie bist du auf den Beruf der IT-Systemelektronikerin aufmerksam geworden – und was hat dich daran gereizt?

Auf diese Ausbildung bin ich durch einen Servicetechniker aufmerksam geworden, mit dem ich früher zur Schule gegangen bin. Was mich am Berufsbild des IT-Systemelektronikers besonders reizt, ist die Vielschichtigkeit und die Tatsache, dass man nicht auf eine bestimmte Tätigkeit beschränkt ist. Ich wollte eine Ausbildung machen, die mir einen Einblick in die Welt der Elektronik gibt, sich aber nicht nur darauf beschränkt, da ich gerne über den Tellerrand hinausschaue. Des Weiteren ist es mir wichtig, dass ich mich bei der Arbeit körperlich betätige, aber auch mitdenken muss, und diese Ausbildung bietet beides.

War dir schon früh klar, dass du in die IT möchtest, oder hat sich das erst im Laufe der Zeit entwickelt?

Vor der Ausbildung hatte ich kaum Berührungspunkte mit IT oder dem Handwerk im Allgemeinen. Das hat sich dadurch entwickelt, dass ich auf einem technischen Gymnasium zur Schule gegangen bin. Von allen angebotenen Bereichen konnte ich mit Elektrotechnik am meisten anfangen, sowohl was die beruflichen Möglichkeiten als auch den alltäglichen Bezug angeht. Informatik fand ich in der Schule schon interessant, und es war eine Herausforderung für mich, mein Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Man kann also sagen, dass sich meine Berufswahl mit der Zeit entwickelt hat und mir dieser Werdegang nicht vorbestimmt war.

Was genau lernt man in der Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin – und wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?

In der Ausbildung lernt man unter anderem den Aufbau von Glasfaser- und Kupfernetzen kennen, wie Netzwerke aufgebaut sind und miteinander verschaltet werden und wie man Leitungsstörungen eingrenzt und behebt. Aktuell umfasst der Glasfaserausbau einen großen Teil der Ausbildung, weshalb es dort viele Montagetätigkeiten gibt, darunter auch das Spleißen von Glasfasern.

Aber auch der Aufbau und die Inbetriebnahme der Netztechnik (OLT – Optical Line Termination) gehören zu meinen Aufgabenbereichen. Aktuell bin ich in der Netztechnik im PTI (Produktion Technische Infrastruktur) Hamburg eingesetzt und arbeite am Backbone von Norddeutschland. Allgemein ausgedrückt ist dies der Knotenpunkt des Leitungsnetzes für den gesamten norddeutschen Raum. Von hier aus wird dieser Bereich mit Internet, Telefonie und TV (MagentaTV) versorgt. Wir erhalten Aufträge zur Erweiterung und Entstörung der Leitungen und der dazugehörigen Hardwarekomponenten. Im schulischen Teil der Ausbildung werden hingegen Themen wie die Grundlagen der Programmierung, die Netzwerkkonfiguration und die Datenbankanbindung sowie Nachhaltigkeit in der IT und IT-Sicherheit vermittelt.

Gab es während deiner Ausbildung einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ich habe ein Haus mit Glasfaser ausgebaut, das bereits seit drei Monaten bewohnt war. Allerdings gab es Probleme bei der Terminplanung, sodass in den Wohnungen kein Internet verfügbar war. Wir haben alle Bewohner an diesem Tag ans Netz gebracht und die Erleichterung, die wir dabei gesehen haben, war ein gutes Gefühl. Die Motivation bei der Arbeit ist ganz anders, wenn man tatsächlich vor den Kunden steht, die von der eigenen Arbeit profitieren.

Welche Fähigkeiten oder Stärken sind deiner Meinung nach besonders wichtig für diesen Beruf?

Auf jeden Fall sind Verantwortungsbewusstsein und Geduld gefragt, denn wir arbeiten in einer kritischen Infrastruktur und tragen viel Verantwortung. Schließlich stehen hinter unserer Arbeit viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Die Aufträge erfordern eine strukturierte Planung und mitunter auch lange Wartezeiten. Daher ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und seine Aufgaben sorgfältig zu erledigen.

Welche Herausforderungen bist du während deiner Ausbildung begegnet – und wie bist du damit umgegangen?

Die bisher größte Herausforderung für mich war der Teil der Ausbildung im Innendienst. Ich habe in diesen klassischen Büroalltag nicht hineingepasst. Das ist aber Teil der Ausbildungsordnung. Ein Auszubildender aus dem Jahrgang über mir war mit mir zusammen in der Abteilung, sodass wir uns gegenseitig unterstützen konnten. Aktuell ist es meine größte Herausforderung, mich für einen Bereich zu entscheiden, in dem ich nach der Ausbildung arbeiten möchte, da es viele Möglichkeiten gibt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Hast du Situationen erlebt, in denen du dich als Frau in einem technischen Beruf besonders behaupten musstest?

In der Ausbildung gab es Situationen, in denen mir meine Kollegen aufgrund meiner Statur etwas nicht zugetraut haben. Das spornt mich immer an und ich möchte unbedingt beweisen, dass ich dafür nicht zu schwach oder zu klein bin. In unserem Beruf gibt es für alles Hilfsmittel und Werkzeuge, weshalb solche Situationen unnötig sind.

Was hast du persönlich aus deiner Ausbildung mitgenommen – sowohl fachlich als auch für dich selbst?

Fachlich habe ich sehr viel handwerkliches und technisches Grundwissen mitgenommen. Persönlich habe ich eine „Alles ist möglich, wenn man nur daran glaubt“-Haltung entwickelt. So habe ich beispielsweise in der Schule eine Software programmiert, obwohl ich vorher noch nie etwas mit Programmierung zu tun gehabt hatte. Ich habe Leitungen durch ein Haus verlegt, obwohl ich vorher noch nie eine Bohrmaschine in der Hand gehabt hatte. Solche Aufgaben gehe ich jetzt deutlich optimistischer an als vor der Ausbildung.

Welchen Rat würdest du jungen Frauen geben, die überlegen, eine Ausbildung in der IT zu starten?

Wenn man mit dem Gedanken spielt, in die IT zu gehen, würde ich sagen, dass man es einfach ausprobieren und sich auch damit auseinandersetzen sollte, welche Berufe es überhaupt gibt. Die IT hat sehr viele unterschiedliche Bereiche und man verpasst etwas, wenn man sich davon abhalten lässt, nur weil es außerhalb der Komfortzone liegt. Man sollte allgemein sehr neugierig sein und Dinge einfach ausprobieren wollen, ohne Angst zu haben, etwas kaputtzumachen.

Danielas Geschichte zeigt, dass der Weg in die IT nicht perfekt geplant sein muss. Oft reicht es, neugierig zu bleiben, Dinge auszuprobieren und sich auch außerhalb der eigenen Komfortzone etwas zuzutrauen. Gerade technische Berufe bieten viele unterschiedliche Möglichkeiten – auch für alle, die ihren Platz in der Tech-Welt erst noch entdecken. Wurde euer Interesse geweckt? Dann informiert euch hier über die ausgeschriebenen Stellen für 2027.

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